Media
Jetzt kostenlos registrieren und die Vorteile der motoX-Community nutzen:
Im Forum diskutieren, Artikel kommentieren, Videos bewerten u.v.m.
199 Leben
199 Lives - The Travis Pastrana StoryEs gibt Filme, bei denen weiß man nicht was man schreiben soll, und es gibt Filme, bei denen weiß man vor lauter Begeisterung nicht, wo man mit dem Schreiben anfangen soll. „199 Lives“ gehört klar zu letzterer Kategorie. Kurze Vorab-Info: Der wohl vielseitigste Extremsportler der Welt, Travis Pastrana, veröffentlicht mit diesem Video seine erste Filmographie. Nicht schlecht für einen gerade erst 25-jährigen, doch beachtet man die Tatsache, dass er bereits zu den tiefsten Tiefs und höchsten Höhen auf der Karriereleiter hoch- und runtergeheizt ist und er nicht zuletzt der erfolgreichste Teilnehmer der berühmten X Games ist, scheint diese DVD nur gerechtfertigt. Und um es vorwegzunehmen: Dieser Film schafft es auf beste Art und Weise, ein glaubwürdiges Porträt von Travis zu erstellen und uns den Menschen, der Extremsport-Geschichte schrieb, ein erhebliches Stück näher zu bringen.
Die Story setzt direkt bei seinen frühesten Kindertagen an und lässt nahezu kein Highlight seiner Laufbahn auf Zwei- und Vierrädern aus. Und davon gibt es bei Travis jede Menge. Wenn er Windeln tragend mit dem Bobcat erste Mauern niederreißt – im wahrsten Sinne des Wortes – oder mit vier Jahren nach dem Auspacken seines ersten Minibikes miss-trauisch „I can’t ride that thing!“ über das zweirädrige Vehikel sinniert, so könnten dies auch Szenen eines Hollywood-Films inklusive Happy End sein. Dass die Entscheidung von Daddy Robert und Mom Debby Pastrana, ihrem Sohnemann zu dessen Kindertagen ein Dirt-Bike zu schenken, bereits zehn Jahre später im zarten Alter von nur 14 Jahren mit dem ersten Freestyle-World-Champion-Titel belohnt wird, hätte wohl an jenem Tag 1987 niemand auch nur ansatzweise zu träumen gewagt.
Fünf Gewinne der US-MX-Amateur-Meisterschaft, einen US-National-Titel 125 ccm, einen Triumph der East-Coast-SX-Meisterschaft und drei Siege der Rally-American-Serie später weiß mittlerweile jedes amerikanische Kind, wer Travis Pastrana ist. Seine Erfolge im Motocross-Racing und im Rallye-Auto in allen Ehren, doch was Travis im Freestyle Motocross erreichte, schrieb Geschichte und ließ ihn bereits zu Lebzeiten zur Legende werden. „FMX war etwas, das nach Travis rief. Und er konnte einfach nicht widerstehen“, resümiert sein Kumpel Tenacious D., den wir ja schon aus Pastranas eigener Filmreihe „Nitro Circus“ kennen. Die Bilder und Aufnahmen, die dies belegen, sind aber nicht einfach lieblos aneinander geschnitten, sondern „ergeben ein Ganzes“, wie man so schön sagt, und vermitteln nie den Eindruck, dass hier etwas geschönt worden wäre. Kommentiert wird nicht nur von Travis selbst, sondern auch von seinen Eltern, Großeltern, Freunden und sonstigen Wegbegleitern wie zum Beispiel den Skate-Stars Tony Hawk und Ryan Sheckler, was auch für die Ohren abwechslungsreich ist.
Das gesamte Umfeld rund um Travis scheint stets aus einem latenten Mix aus Spaß und Adrenalinsucht zu bestehen, bis Szenen und Folgen eines Autounfalls ins Bild flackern, bei denen das Multitalent und sein Beifahrer nur knapp mit dem Leben davonkommen und auch Travis schlagartig mit dem „wirklichen“ Leben konfrontiert scheint. Sein Freund Matt Bigos, der bei dem Crash auf dem Beifahrersitz saß, leidet jedenfalls noch heute an den Folgen des Unfalls und hat einen bleibenden Hüftschaden davongetragen. Oder wusstet ihr, dass Travis bis zum heutigen Tag unter Albträumen leidet, die ihn manchmal wild schreiend aus dem Schlaf reißen, woraufhin er vor lauter Panik durch die Nacht rennt? Wenn er davon erzählt und die Kamera im Close-up auf seine angsterfüllten Augen zoomt, eröffnet sich einem ein völlig neues Bild des sonst so extremen, aber stets freundlichen Superstars, der wegen seiner schlaflosen Nächte schon auf mancher Psychiatercouch lag. Überhaupt erhält man einen tiefen Einblick in Travis’ Persönlichkeit, nicht zuletzt weil seine Mom Debby ihre Beziehung zu ihrem Sohn und auch ihre Ängste um ihn offen legt.
Zu den visuellen Aspekten bleibt zu sagen, dass der Film recht originell und aufwändig produziert wurde. Beispielsweise wird öfter mal ein Bild eingefroren und wie im Film „Matrix“ in einer Art dreidimensionaler Kamerafahrt umrundet, nur damit Travis ins Bild marschieren kann und dieses und jenes zum gerade angehalteten Stunt erklärt. Auch das computeranimierte Skelett ist witzig, an dem verdeutlicht wird, welche Knochen sich Travis schon x-fach gebrochen hat und wie sich solch ein Einschlag auf seine menschliche Anatomie auswirkt. Natürlich dürfen auch der Double Backflip und die X Games generell nicht fehlen, aber das wäre nun zu viel, um hier alles aufzulisten. Es wurde jedenfalls kein Highlight in seiner Karriere ausgelassen, was zwangsläufig zu einer Filmlänge von 80 Minuten führt.
Doch wer da bereits den DVD-Spieler abschalten will, stopp: Die Extras sind noch einmal dermaßen umfangreich, dass man daraus fast noch eine eigene DVD hätte pressen können. Neben Pastranas derbsten Stürzen, seinen persönlichen zehn besten Momenten der Karriere und einem X Games Special sind nicht weniger als neun X-Games-Runs in voller Länge enthalten, bei denen Travis eine Goldmedaille gewann. Das hat Klasse und heutzutage leider Seltenheitswert. Und für alle, die sich jetzt immer noch nicht zum Kauf hingezogen fühlen, hier noch ein Statement von Andy Bell, der den ganzen Pastrana-Wahnsinn in einem Satz auf den Punkt bringt: „Wenn es zu Situationen kommt, bei denen echte Eier gefragt sind, kann keiner dieser Mulishas und voll tätowierten Poser mit Travis mithalten.“ Word.

Must have.

Stefan Everts Hardpack Vol. 2
Zugegeben, die erste Fahrtechnik-DVD des belgischen Rekordweltmeisters ...
Moto - The Movie
Aaarrrggh, schon wieder so ein geiler Trailer, der imVorfeld im ...

TWMX - Kickstart
„Kickstart“ hat sich mit dem fast zeitgleichen Release von „Moto – The ...
Nitro Circus - Country Fried
In den letzten Wochen wurde für „Country Fried“ or-dentlich die ...
Thrillbillies - Double wide
Pünktlich zum Weihnachtsfest steht quasi als Film-Highlight des ...






































