Clockwork Orange?

Sepultura - A-Lex

Fast schon müßig zu erwähnen, dass Sepultura seit dem Ausstieg von Drummer Igor anno 2006 mittler­weile eine komplett Cavalera-freie Zone ist. Wer sich daran stört und zudem moppert, „dass ja nur noch Bassist Paulo Jr. vom Original-Line-up dabei ist und der böse Andreas Kisser, der sich immer mit dem lie­­ben Max gezankt hat, ganz sicher eh total der Ego­­ma­ne ist…“, der sollte diese Scheibe mal in voller Laut­stärke über Kopfhörer kriegen. So lange, bis er zu­gibt, dass sie höllisch gut ist – eine Überzeugungstechnik wie aus dem Film „A Clockwork Orange“, auf dem das vorliegende Konzeptalbum übrigens beruht.

Während der Opener „A-Lex 1“ noch als getragenes Heavy-In­strumental-Intro daherkommt, schlägt „Moloko Mesto“ mit atemberaubendem Old-School-Hardcore-Tempo und wahnsinnigen Thrash-Attacken ein wie die sprichwörtliche Bombe. Bei „Filthy Rot“ verdeutlichen Percussions und entsprechende Stammesgesänge, dass auch Zutaten aus dem glorreichen Roots-Album bei Sepultura anno 2009 nicht außen vor gelassen werden. „We’ve Lost You!“ geht anfangs mehr in Rich­tung Korn, entpuppt sich jedoch als Mid-Tempo-Mosh-Mons­ter.

Frontsau Derrick Green gibt am Mikro – wie immer seit mittlerweile einem ganzen Jahrzehnt – verdammt noch mal alles. Und der „neue“ Drummer Jean Dola­bella, seit 2006 am Start, besteht seine Album-Feuer­probe mit Bravur. Durchsetzt von den kurzen und stimmungsvollen Instrumentals „A-Lex I“ bis „A-Lex IV“ bleiben satte 14 Tracks, die den Hörer in so ziemlich jede Stimmungslage zwischen depressiver Melancholie und rasender Aggression zu tauchen vermögen. In „Sadistic Values“ geht man sogar überraschend ru­hig mit nachdenklichen und melodischen Vocals zur Sa­che, bevor dann beim Titel „Confirm“ wieder ordentlich gebrettert wird. Alle offenherzigen Metal-Fans wer­den wie schon beim Vorgänger „Dante XXI“ be­geis­tert sein, was für einen Hammer es hier zu hören gibt – mit jeder Menge altbewährten Zutaten, aber auch echten Überraschungen wie gegen Ende beim sinnig betitelten „Ludwig Van“; ich sag nur: Beethoven. Alex heißt übrigens nicht nur die Hauptfigur im Roman und Spielfilm „A Clockwork Orange“; „A-Lex“ - so der Titel des Albums – bedeutet auf Russisch zudem „gesetzlos“. Klingt irgendwie verdammt nach Sepultura? Richtig!



Sepultura is back!

 

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